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Archive for the ‘Projekt Turnaround’ Category

Letzte Woche war weniger hektisch. Nein, nicht, dass es weniger zu tun gegeben haette. Ich habe es einfach nicht getan. Ich bin konsequent um 11 Uhr ins Bett gegangen und habe die Arbeit einfach liegen lassen.

Fuehle ich mich gut dabei? Hell no! Ich mache einen Lernprozess durch, und sich gut dabei zu fuehlen, die Dinge etwas ruhiger angehen zu lassen, das ist der zweite Schritt. Der erste ist die Dinge bewusst liegen zu lassen, nicht erreichbar zu sein, mehr auf die eigenen Beduerfnisse zu achten. Und dies mit einer Konsequenz zu tun, die genau das richtige Maß trifft, zwischen beruflicher Notwendigkeit und den eigenen Vorstellungen.

Nun gut, es war ein erster kleiner Schritt, und es hat sich auch niemand beschwert – zumindest niemand erwaehnenswertes. Aber es war der Ausloeser eines Denkprozesses. Eines Prozesses, der das ganze Wochenende angedauert und mit einem unbequemen Eingestaendnis geendet hat.

Wenn ich naemlich meine Einstellung so konsequent aendere, wie ich es mir vorgenommen habe, höre ich auf, meinen Job ernst zu nehmen. Aendere ich meine Einstellung nicht, gehe ich andrerseits in den Muehlen der Kraefte zugrunde, die um mich herum wirken.

Ich bin eigentlich ein leidenschaftlicher Mensch, der immer voll bei der Sache ist, solange ich halbwegs von der Sache ueberzeugt bin. Dann gehe ich auch die extra Meile, sage mir „quael dich, du Sau,“ und haenge mich mit Herzblut rein.

Die Leidenschaft ist schon eine Weile nicht mehr da. Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, habe ich bereits innerlich gekuendigt. Damit stehe ich sicherlich nicht allein da; aber es verleitet mich ein ums andere mal zu diesem konsequenten Handeln, was mir im Leben schon oefters zu schaffen gemacht und in den Wahnsinn getrieben hat: Ich werde kuendigen, fristgerecht zum 30.6.!

Habe ich schon eine Alternative? Nein, hoechstens Ideen. Aber das ist an dieser Stelle gar nicht wichtig. Es mag nicht der rationale Weg sein – es mag womoeglich sogar dumm sein. Aber es ist das Richtige. Jetzt ist der Zeitpunkt, und er zwingt mich zum handeln.

Vielleicht falle ich auf die Nase; und aller Wahrscheinlichkeit nach muss ich anschliessend zumindest wieder neue, andere Kompromisse schliessen. Es wird nie alles perfekt sein.

Aber ich fuehle mich derzeit so eingeengt – wenn ich im Taxi sitze, komme ich mir vor, wie in einem Kaefig und moechte dem Fahrer am liebsten zurufen, er moege bitte sofort an die Cote d’Azure fahren – und ich sehe keinen anderen Weg aus dieser Enge, ohne dass ich nicht grundlegend meine Einstellung zu meinem Job aendere. Und in diesem Fall hieße das, es zuzulassen, ein Teil der Spielchen zu werden, die um mich herum gespielt werden.

Ich koennte mehr einen auf „dicke Hose“ machen, koennte aufhoeren, Dinge zu hinterfragen. Ich koennte mir das Leben einfacher machen, Wege des geringsten Widerstandes einschlagen. Aber das bin nicht ich. Entweder ich bin voll bei der Sache, oder ich lasse es bleiben. Und in diesem Fall lass ich es lieber bleiben.

Seitdem ich mir dieses Eingestaendnis gemacht habe, hat sich das Bild mehr und mehr verfestigt. Ich will etwas anderes. Es wird nicht alles automatisch besser, aber jetzt bin ich gezwungen zu handeln, und zwar schnell. Ich bin wieder im driver seat meines Lebens. Ich habe die Dinge wieder in der Hand, komme aus diesem Trott heraus und mache mich nicht laenger zum Affen.

Es gibt Punkte im Leben, da verharrt man, ist in einer Art Schockstarre. Man traut sich nicht, den naechsten Schritt zu tun, oder man wartet darauf, das etwas passiert. Aber es passiert nichts. Es geht immer so weiter.

Ich bin ein impulsiver Mensch, und manchmal stehe ich mir damit selbst im Weg. Habe ich Angst vor dem Schritt? Sicherlich – ich weiß ja auch nicht, was kommt. Aber ich habe noch groessere Angst davor, den Schritt nicht zu tun, mich zu verlieren in etwas, dass es definitiv nicht Wert ist. Es ist nur ein Job. Und er schlaegt mir mittlerweile auf die Gesundheit.

Ich sage mir immer, wenn es nicht gut laeuft, muss man halt was aendern. Ich werde die Woche noch abwarten, aber allein der Gedanke, mich zu befreien, loest bei mir innerlich Freidenspruenge aus. Genauso wie dieses heeausfordernde Kribbeln – das Kribbeln, was ich verspuere, wenn ich etwas unbekanntem entgegenschreite.

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